Wie die GeWo Suhl in einem Mietermarkt die Anfragen verdoppelt hat
15 % Leerstand, sinkende Anfragen, manuelle Prozesse: Wie die GeWo Suhl mit dem Mietermagneten ihre monatlichen Mietanfragen von 70–80 auf über 150 verdoppelt hat.
Die Ausgangslage
15 % Leerstand, 70 bis 80 Mieteranfragen pro Monat – mit sinkender Tendenz – und ein Vermietungsprozess, in dem PDF-Dateien hin- und hergeschickt wurden: Das war die Ausgangslage bei der GeWo Suhl. Nun gehört Suhl in Thüringen, mit seinen rund 36.000 Einwohnern, nicht zu den demografisch begünstigten Standorten: Die Bevölkerung schrumpft, der Leerstand steigt. Doch die Verantwortlichen, Geschäftsführer Thomas Hertha und Abteilungsleiter Kundenservice Sandro Triebel, erkannten, dass im Marketing noch ungenutztes Potenzial lag.
„Der Mietermagnet-Ansatz von haushoch digital schien uns schlüssig und pragmatisch. Das Vertrauen war von Anfang an da, deshalb konnten wir schnell entscheiden und die PS auf die Straße bringen.“
Thomas Hertha, Geschäftsführer der GeWo Suhl
Die Idee des Mietermagneten
Wenn sich Wohnungsangebote in Preis und Qualität nur geringfügig unterscheiden, gewinnt nicht zwangsläufig das beste Angebot. Es gewinnt der Anbieter, der früher mit dem passenden Angebot im Sichtfeld der Interessenten erscheint – und die anschließende Anfrage so einfach wie möglich macht.
Genau das macht sich der „Mietermagnet“ zunutze. Das Ziel: Mietinteressenten gewinnen, die sonst vielleicht beim Wettbewerber unterschrieben hätten. Für die GeWo haben wir diesen Ansatz in vier konkreten Schritten umgesetzt.
1. Das Fundament: Ein reibungsloser, digitaler Vermietungsprozess
Jede Marketing-Anstrengung verpufft, wenn der Weg zum Mietvertrag für Interessenten steinig ist. Vor der Umstellung war der Prozess mit PDF-Exposés, Mail-Anfragen und manuell zu bearbeitenden Interessentenbögen für beide Seiten unnötig aufwendig.
Die Lösung: Ein digitaler Interessentenbogen, der schrittweise bequem am Handy ausgefüllt werden kann und dessen Daten automatisch und strukturiert im CRM-System (IVM Pro) landen – manuelles Abtippen entfällt.
„Die Umstellung auf den digitalen Interessentenbogen und die direkte Anbindung an unser CRM-System war für mein Team eine enorme Erleichterung. Das manuelle Verschicken und Abtippen von PDFs hat uns viel Zeit gekostet. Jetzt ist der Prozess für die Interessenten bequemer und für uns deutlich effizienter.“
Sandro Triebel, Abteilungsleiter Kundenservice, GeWo Suhl
Parallel wurde innerhalb weniger Wochen eine verbesserte Wohnungssuche auf einer neuen, mobiloptimierten Subdomain umgesetzt, inklusive eigener Landingpages für spezifische Suchanfragen. Der Relaunch der übrigen Website wird im Laufe des Jahres 2026 nachgezogen. Das pragmatische Vorgehen hat dazu geführt, dass der Mietermagnet von Anfang an deutlich stärker wirken konnte.
2. Sichtbarkeit bei akuter Suche: Google Ads
Wer aktiv eine Wohnung sucht, startet oft bei Google. Allein in Suhl gibt es monatlich rund 3.000 vermietungsrelevante Suchanfragen wie „Wohnung mieten Suhl“. Wer hier nicht ganz oben erscheint, ist praktisch unsichtbar. Die Nutzer setzen ihre Suche dann auf den großen Portalen fort, wo die Angebote des Wettbewerbs womöglich präsenter und immer nur einen Klick entfernt sind.
Die Lösung: Durch gezielte Google Ads haben wir die GeWo an die Spitze der Suchergebnisse gesetzt. Das Ergebnis: Monatlich etwa 2.500 Klicks von aktiv Suchenden, aus denen 40 bis 50 gemessene Wohnungsanfragen resultieren.
3. Latente Nachfrage bedienen: Social-Media-Kampagnen
Was wäre aber, wenn wir Menschen schon erreichen, wenn sich der Gedanke an einen Umzug gerade erst formt? Etwa in dem Moment, in dem das frisch verliebte Paar auf dem Sofa sitzt, gerade über das Zusammenziehen sinniert hat und nun durch seine Social Feeds scrollt. „Schatz, schau mal, hier ist direkt ein Angebot.“
Die Lösung: Aktuelle Wohnungsangebote werden automatisch aus dem System der GeWo gezogen und als Anzeigen für Facebook und Instagram (Meta) aufbereitet. Die KI des Werbesystems von Meta spielt die passenden Angebote im richtigen Augenblick an die passenden Zielgruppen aus. Das Ergebnis: Monatlich rund 60.000 Anzeigenausspielungen, 2.500 Klicks und zwischen 50 und 60 zusätzliche Wohnungsanfragen.
4. Messen, was wirklich zählt: Webanalyse & Reporting
Um den Erfolg zu steuern, müssen wir wissen, was funktioniert. Erfolgreiche Anfragen zu messen, ist nicht nur für das Reporting wichtig, sondern trainiert auch die Algorithmen von Google und Meta. Wenn die Systeme lernen, welche Klicks zu Anfragen führen, optimieren sie ihre Ausspielung kontinuierlich.
Die Lösung: Wir haben ein sauberes Tracking der Anfragen sichergestellt und die Prozesse im CRM der GeWo so angepasst, dass die Quelle einer Anfrage (z. B. „Google Ads“) automatisch erfasst wird. Das ermöglicht die Nachverfolgung bis zum Mietvertrag.
Die Ergebnisse: Mehr und bessere Anfragen
Einige Monate nach Start des „Mietermagneten“ zeigten sich deutliche Resultate:
- Verdopplung der Anfragen: Die Zahl der monatlichen Interessenten stieg von 70 bis 80 auf über 150.
- Höhere Qualität: Die Anfragen über die eigenen Kanäle sind qualifizierter. Die digitalen Interessentenbögen erfordern etwas mehr Engagement als eine schnelle Portal-Anfrage, was den „Anfragetourismus“ reduziert.
- Nachweisliche Abschlüsse: In den ersten Monaten konnten 13 neue Mietverträge direkt auf die neuen Kanäle zurückgeführt werden.
Einordnung: Was man realistisch messen kann (und was nicht)
Vermietungsmarketing ist kein Labor. Perfekte Zuordnung ist eine Illusion – denn einerseits gibt es Anfragen, die über die Anzeigen ausgelöst wurden, ihnen aber nicht zugeordnet werden können (etwa, wenn ein Angebot zunächst per WhatsApp geteilt wird). Andererseits gibt es Anfragen, die auch ohne die Anzeigen zustande gekommen wären. Entscheidend ist der klare Trend: Es gibt eindeutig mehr Interessenten.
Fazit
Die Erfahrungen mit der GeWo Suhl zeigen, dass der Mietermagnet auch unter schwierigen Marktbedingungen wirkt. Ein moderner, digitaler Vermietungsprozess ist die Basis. Darauf aufbauend generiert der Mietermagnet mit einer intelligenten Kombination aus Push- und Pull-Marketing qualitative Wohnungsanfragen – und bekämpft den Leerstand aktiv.
„Marketing lässt eine schrumpfende Bevölkerung nicht wachsen. Aber überall dort, wo mehrere Gesellschaften ähnliche Wohnungen anbieten, machen digitale Präsenz und Vermietungsprozess den Unterschied zwischen Anfrage oder Nicht-Anfrage, zwischen Vermietung und Leerstand. Deshalb gibt es den Mietermagneten. Wenn dieser – wie bei der GeWo – auf Verantwortliche trifft, die bereit sind, ihre Prozesse pragmatisch zu verändern, kann er besonders viel Wirkung entfalten.“
Hanno Schmidt, Inhaber, haushoch digital










